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Dienstag, 15. November 2011

Monströse Lieblichkeiten

Ich liebe meine haarigen Beine, 
mein schwieriges Gemüt und 
das Schwitzen bei Anstrengung. 
Meine gepolsterte Figur und 
die Schwankungen meiner Liebe
machen mich attraktiv und abwechslungsreich.
Augenringe habe ich bis zum Knie, 
das ist besonders beliebt. Ich lüge,
heule und winde mich aus der Verantwortung, 
das ist wirklich gut.
Nur meine Zweifel, 
die sind wirklich zum kotzen.
Die müsste mir mal einer weg operieren. 






Samstag, 8. Oktober 2011

Geliebte Röhre


Stadt


Tausend Straßen
Betäubt, berauschend
Sind Millionen Lichter
Was ist das
Ein Herzschlag wie
Das unerbittlich graue
Meer
Hundert blinde Augen
Ohne Verstehen
Neonlichter auf bleichen
Gesichtern

Ein Lächeln schmilzt
Ein Leben ausgehaucht

Zu laut hier, zu krank
Hier raus, hier endlich raus

Geblendet und belogen
Dicht an dicht rennt
Wer nirgends hin gehört

Eilig, angstvoll fortgetrieben
Die allerneusten Sorgen

Zitternde Erwartung
Was bringt der Morgen

Und in der Nacht
Wird gefeiert und geweint
Und alles andere rast davon
Wer jetzt nicht mitgeht
Ist verloren

Kein Stück Weg
Dass noch zum Ende führt

Wo soll ich hin
Wo bleibt der Schmerz
Kehr um

Ich hab ein Herz
Ich hab ein Herz

Dienstag, 4. Oktober 2011

Wahn

Eine lustige lustige Welt, wo alle einander anlecken und sich die dicken Bäuche reiben und wirre Hirne haben. Dort ist es amüsant, dort hat noch der dümmste Mensch ein Recht auf Liebe und Profilierung. Eine weich gezeichnete Welt, eine nostalgisch verblödete, wo wir nach plappern, was der gut gekleidete Vollidiot da eben gesagt hat und uns suhlen und wohlfühlen im schweinischen Gefühl der kollektiven Schönheit. Da gibt es keine Distanz mehr, wir feiern unsere Freiheit. Die erlaubt uns, jeden wurstigen Hirnkrampf in der Öffentlichkeit auszuleben.
Es ist alles wahnsinnig schön.