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Dienstag, 15. November 2011

Monströse Lieblichkeiten

Ich liebe meine haarigen Beine, 
mein schwieriges Gemüt und 
das Schwitzen bei Anstrengung. 
Meine gepolsterte Figur und 
die Schwankungen meiner Liebe
machen mich attraktiv und abwechslungsreich.
Augenringe habe ich bis zum Knie, 
das ist besonders beliebt. Ich lüge,
heule und winde mich aus der Verantwortung, 
das ist wirklich gut.
Nur meine Zweifel, 
die sind wirklich zum kotzen.
Die müsste mir mal einer weg operieren. 






Zuhause ist kein Pulli, sondern ein Gefühl.




Dienstag, 25. Oktober 2011

Laubkopf


Es ist nicht alles Apfelkuchen und Zimtküchlein und hübsche kleine Dinge und so.
Weiß du schon. Romantik wächst auf Bäumen und regnet Laub in dein braves Hirn.
Was tust du im Herbst, kleine Frau? Du malst und malst bis es schön aussieht und hängst es dir hin, damit du Zuhause bist.




Dienstag, 4. Oktober 2011

Ein Menschenleben lang

Du musst verstehen: die Zeit geht, und du mit ihr. Man muss die Leinen auf den Steg werfen und loslassen. Vielleicht sehen wir uns Jahr und Jahre nicht, doch das heißt gar nichts. Hinterher sind wir entweder fremd oder nennen nur noch den Kopf unser Zuhause.
Schuhe schmeißt man weg und lieben tut man leiser als zuvor. Ich stricke Geborgenheit und sorgenfrei um geborgen zu sein, trotz der Nadeln. Und dann kommen die Winzlinge und haben weiche Gesichter und Füße und lachen weil sie die Welt nicht verstehen und müssen. Überfluss gerinnt zu überflüssig sein. All die Jahre selbstverständlich, dass wir alles haben. Und jetzt geben wir ab was wir erschöpfend liebten, weil wir merken: es lohnt sich nicht. Es löst sich auf in Watte. Oder erst nach hundert Jahren in toxischer Begebenheit, was solls. Wichtig wars nur in Gedanken.




Schufteritis






Schufteritis, elendige. Ein Glück, dass es dich gibt. Denn all die bunten tollen Sachen, die ich brauche und brauche und liebe, die könnt ich ja gar nicht haben, wenn du nicht wärst. 
Dein Unterhaltungswert geht gegen Null. Dafür kann ich später fröhlich bechern und meinen Schlüpfer den globalen Dorfbewohnern in die hysterischen Gesichter drücken. Morgens werfe ich fröhlich das Essen zum Fenster hinaus und ziehe mir alle Klamotten auf einmal an. Das muss so sein, denn ich trage meine Wichtigkeit am Körper. Und es macht nichts, dass das Gold gefälscht ist, denn es glänzt ja so herrlich und wer nicht glänzt, der ist ein Tumor im Synapsenkrieg der Leute und gehört besiegt. Die Leute sagen dies und das und am Ende des Tages kann man den Schimmel wegwerfen, in den Biomüll. Aber wohin der eigentlich geht, weiß man nicht so genau. Man weiß aber, oder vielleicht nie, man hat so viele Vorräte angelegt, so viel Speck angefressen, der Energiestau staubt und hustet schwarze Wolken in die Welt. Wie abgründig lustig wäre das, wenn man dich anschließen würde an den Stromkreis und du würdest jeden Morgen meine Brötchen für mich toasten und meinen Computer am Leben halten so lange ich will! Die Leute sind so klug und grässlich dumm, sie starren den ganzen Tag auf einen Punkt und meinen sie würden arbeiten. Jemand muss ihnen Bescheid sagen, dass sie an einer Psychose leiden und an der Lüge. Die Lüge summt vergnügt, sie hat die Tage viel zu tun.