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Montag, 19. März 2012

true story






ideen zum 'true story' projekt


was bin ich ohne dich als mein spiegel // die reflektion abschalten
und selber meinen //  bin ich nur ich weil es euch gibt // ich denke
mich in geschichten, ohne dramaturgie geht gar nix // "wir stehen
immer auf dem theater" (georg büchner) // die drehpause nicht
aushalten, die abwesenheit von geschichten, die leere ertragen // ich
funktioniere als filmdrehbuchmaschineriegläubige // auswendiggelerntes
// phrasendrescher, wortabnutzer // lieber regisseur bitte töte mich
noch nicht // die sprache muss neu erfunden werden, reingewaschen von
phrasen und floskeln und nichts meinenden worten (nachtzug nach
lissabon) // wie viel von dem was wir sagen hat wirklichen inhalt //
wortwarteschleifen zur überbrückung von denkpausen, das hirn im
leerlauf, wir hilflos, wir bequeme sprachnachäffer // ich möchte
weinen wenn ich mir zusehe beim leben, weil man das so macht // man
sagt so und so und das stimmt auch, oder vielleicht garnicht? // ich
dramatisiere mich, futter für sensationshirne // den kummer am leben
erhalten und dabei popcorn essen // oh drama du schmeichelst mir //
wir tun so als würden wir lieben wir tun so als würden wir hassen,
sprache schafft geschichten, schafft lügen, schafft es nicht das
innere zu offenbaren, kratzt an der oberfläche, trotzem schön die
sprache // ich in echt, nicht durch die bunte linse, nicht im lauten
kleid // ich bin hauptperson und schuppig hände und kleinlicher
glaube, ich seziere mich // was von meinem gedachten bleibt nebel,
wieviel wahrheit kann man haben


Dienstag, 15. November 2011

Monströse Lieblichkeiten

Ich liebe meine haarigen Beine, 
mein schwieriges Gemüt und 
das Schwitzen bei Anstrengung. 
Meine gepolsterte Figur und 
die Schwankungen meiner Liebe
machen mich attraktiv und abwechslungsreich.
Augenringe habe ich bis zum Knie, 
das ist besonders beliebt. Ich lüge,
heule und winde mich aus der Verantwortung, 
das ist wirklich gut.
Nur meine Zweifel, 
die sind wirklich zum kotzen.
Die müsste mir mal einer weg operieren. 






Dienstag, 4. Oktober 2011

Ein Menschenleben lang

Du musst verstehen: die Zeit geht, und du mit ihr. Man muss die Leinen auf den Steg werfen und loslassen. Vielleicht sehen wir uns Jahr und Jahre nicht, doch das heißt gar nichts. Hinterher sind wir entweder fremd oder nennen nur noch den Kopf unser Zuhause.
Schuhe schmeißt man weg und lieben tut man leiser als zuvor. Ich stricke Geborgenheit und sorgenfrei um geborgen zu sein, trotz der Nadeln. Und dann kommen die Winzlinge und haben weiche Gesichter und Füße und lachen weil sie die Welt nicht verstehen und müssen. Überfluss gerinnt zu überflüssig sein. All die Jahre selbstverständlich, dass wir alles haben. Und jetzt geben wir ab was wir erschöpfend liebten, weil wir merken: es lohnt sich nicht. Es löst sich auf in Watte. Oder erst nach hundert Jahren in toxischer Begebenheit, was solls. Wichtig wars nur in Gedanken.




Winterschlaf

Der Sommer ringt mit dem Herbst, barfuß. Eine späte Versöhnung, aber ich bin nur noch mit halbem Herzen dabei. Es muss jetzt kühl sein und regnen und gemein stürmen damit der Kopf ruhig wird. Man muss denken und nicht mehr sein. Im Winter ist der Körper fort und die Gedanken besonders laut. Das ist so, weil man im Sommer geschlafen hat und im Winter wacht man auf um weiser zu werden als früher. Meine Vorsätze waren mal wieder idealistischer als ich. Aber etwas hat sich getan, die Veränderungen spürt man im Kleinen. Ein kleiner Teil von mir ist zufrieden. Ich kann es besser, aber ich lerne.